Essen

Poronliha (Rentier)

Radikaler kann ein Gegenentwurf kaum sein. Poronliha, das ist schon etwas sehr Besonderes. Ein Genuss! Man darf bloß nicht drüber nachdenken, wie schön, wie elegant in seinen Bewegungen, wie fellkuschlig das Tier aussah, das man grade verspeist. Als besondere der besonderen Delikatessen gelten die Leber und die Zunge. Rentierfleisch wird gebraten, gekocht oder geräuchert – immer lecker. Dabei ist Poro übrigens keine alltägliche Mahlzeit für Finnen und wird vor allem Touristen angeboten, damit diese sich den Magen vollschlagen können, im Gefühl was typisch Skandinavisches zu sich zu nehmen. Anyway, jedenfalls gehört Rentierfleisch, raunen die finnischen Auguren, zu dem Gesündesten, was man auf dem Teller haben kann. Es ist reich an B-12-Vitaminen und an Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren, heißt es. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob all das das Rentier weiß. Auf alle Fälle schmeckt's saulecker!

Poronkäristys (Rentiergeschnetzeltes):

Für vier (gefräßige) Personen benötigt man:
500 g   Rentierfleisch
200 g   gewürfelten Schweinespeck
    1 EL Butter oder Schweineschmalz
100 ml lauwarmes Wasser
  10      schwarze Pfefferkörner
            Salz

Man schneidet das (übrigens ausgesprochen magere) Rentierfleisch am besten, wenn es noch gefroren ist, in sehr dünne Scheiben beziehungsweise hobelt es zu dünnen Spänen. Währenddessen zerlässt man die Butter in einer Pfanne und bräunt darin die Speckwürfel. Anschließend wird das hauchdünn geschnittene Rentierfleisch portionsweise darin angeröstet. Bis schließlich das gesamte Fleisch braun gebraten ist. Dann mit dem Wasser angießen und in einem Topf ca. 30 bis 45 Minuten köcheln lassen. Abschließend mit Salz und Pfeffer abschmecken. Traditionell gibt man eigentlich gar keine weiteren Gewürze dazu, damit sich die natürlichen Aromen und nur diese unverfälscht entfalten. Allenfalls ein paar Gartenkräuter wie Dill und Schnittlauch, aber das nur als Verneigung vor mitteleuropäischen Gewohnheiten. Und was die Soße anlangt, weiß sich der gemeine Finne mit geschmolzener Butter zu bescheiden; mit Soßen und Sößchen hat er's ganz grundsätzlich nicht.

Im Übrigen tragen Kartoffelpüree und der unvermeidliche Preiselbeerkompott ihr Scherflein bei zu diesem grandiosen Sonntagsschmaus.

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