Essen

Rapu ( Krebs)

Finnland ist berühmt für seine Krebsgelage, Kraftskiva, in langen lauen Sommernächten. Sofort denkt man romantische Stunden der Völlerei unter Mitternachtssonne. Aber die ist nur im nördlichen Drittel des Landes und auch dort nur wenige Tage im Jahr zu bestaunen. Es sei denn, man hat sich in die allerallernördlichsten Provinzen finnisch Lapplands verirrt; in Inari etwa geht die Sonne vom 17. Mai bis 22. Juli nicht unter. Trotzdem, auch im restlichen Land sind die Sommernächte lang und durchaus hell. Allemal Gelegenheit genug, diese Krebsfeste steigen zu lassen. Dabei drehen sich die Spektakel um kleine Süßwasserkrebse, die als Gourmetgenuss gelten und deshalb stilvoll, im Rahmen eleganter, aufwändiger Partys gekocht und verspeist werden. Man legt die ausgesaugten Scheren der Krebse säuberlich auf den Tellerrand, und erst wenn der Kreis geschlossen ist, ist die Krebsmahlzeit zu Ende. Gesetzt den Fall der wackere Esser kommt so weit. Denn pro Schere hat man einen Klaren hinabzukippen.

Wer sich das Ganze in einem der rar gesäten Restaurants einverleiben will, muss relativ tief in die Tasche greifen. Überhaupt: Auswärts essen gehen gehört nicht zu den Leidenschaften des gemeinen Finnen, entsprechend astronomisch sind die Restaurantpreise. Was ich durchaus leidvoll bei meiner Nach-Abitur-Finnland-Reise erfahren durfte.

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