Romanwerkstatt

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Kommentar meines Bruders. Vor allem vom (Ein-)Blick in die Werkstatt verspreche er sich viel, da er sich noch nie habe vorstellen können, wie so ein Roman aus der Ursuppe steige und aus dem Quark komme. Also bitte sehr – er wird schon sehn, was er davon hat: eine Entzauberung nämlich.

Den Verlust einer Magie. Wenn man dem Hexenwerk zusieht, wie's auf seinem Blocksberg gebraut wird, ist es kein Hexenwerk mehr. – Selbst wenn das Romanschreiben nun wirklich kein Hexenwerk ist. Oder doch nur ein ganz klein wenig. Hinter einem Riesenberg von Schnitzwerk, von dem diese Berichtshefteintragungen versuchen, Zeugnis abzulegen.

Wer sich also das Gesamt-Mysterium erhalten will, klinke sich spätestens hier aus! Halte sich von der Werkstatttür fern, die diesen verführerischen Spalt weit offensteht. Einen dreisten Spalt weit, denn er spielt mir der Neugier. Noch viel mehr als eine platterdings ganz geöffnete Tür. Also aufpassen, sonst hat man doch einen Blick reingeworfen, schneller, als man wegschauen konnte – und hin ist der Zauber!

von Ulrich Land (Kommentare: 0)

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