Romanwerkstatt

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Die handschriftliche Zettelwirtschaft sodann wird nach Rückkehr von welchen Feldzügen auch immer am heimischen Schreibtisch sukzessive abgetippt. Ähnlich wie zu Zeiten meiner mechanischen Schreibmaschine mit Namen "Adler" – die mir immer noch vom Arbeitzimmerregal aus mit einem leicht beleidigten Augenaufschlag beim Traktieren der Computertastatur zusieht.

Mal kommen größere Passagen unter die Fingerkuppen, mal komplette Kapitel, mal die Kurzstrecke. Je nachdem wie und wann ich dazu komme. Eher mal zwischendurch als en bloc. Und die Tipperei ist zugleich die erste Korrekturschleife.

Da ergeht es diesen Einträgen ins Werkstatt-Berichtsheft hier übrigens genauso wie den Romankapiteln. Auch sie werden erst mal auf irgendwelche Zettel gekritzelt – zwischen Tür und Angel, wo's mich grade überkommt – und dann im Abtippen ausgefeilt und geschliffen. Freuen sich also erst, dass schon mal was auf Papier steht, und dann, dass das schon mal was in Einser und Nuller umgerechnet wurde. Bevor dann noch mal und oft noch mal und noch maler Korrekturdurchläufe veranstaltet werden. Wobei ich vor allem deren vorletzten und letzten, wenn ich die Chose also als Ausdruck in Händen halte, sehr genieße.

Denn, ich sagte es schon, dann steht schon mal was auf Papier.

von Ulrich Land (Kommentare: 0)

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