Romanwerkstatt

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Zeigt sich: Fiktionales Schreiben ist zwar auf die Wirklichkeit angewiesen, auf die Wirklichkeit als Rohstofflieferant, aber die zwischen Buchdeckeln erzeugte Welt ist nur für mich, den Schreiberling, im aktuellen Vollzug die Wirklichkeit selbst. Ist nur im Moment des Schreibens eine wirkliche Wirklichkeit. Vorm Schreiben und direkt dahinter und für die LeserInnen sowieso ist diese Wirklichkeit nichts als ein Konstrukt. Konstruktion von Scheinwirklichkeit, von Paralleluniversum, von Antimaterie. Eine Lüge. Eine Lüge mit langen Beinen, steht zu hoffen.

Wenn's gelingt, rückt dieser Schein so nah ans Sein, dass der geneigte Rezipient sich als Teil dieser Simulation wähnt, als würde er sich in eben diesem Scheinsein bewegen. Virtual Reality alter Schule.

Langer Rede kurzer Sinn: Wäre einfach wunderbar, wenn man zwischen den Zeilen und durch die Zeilen wo schon keine Wirklichkeit, da doch wenigstens eine Wahrscheinlichkeit zaubern könnte. Und wenn – Ziel Numero zwo, da halte ich's mit olle Brecht – dennoch erkennbar Distanz bleibt. So dass die LeserInnen nicht vom niedergeschriebenen Seinscheinkonstrukt eingelullt werden, ihm nicht unentrinnbar verfallen, immer noch wissen, wo welche Glocken hängen.

von Ulrich Land (Kommentare: 0)

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