Romanwerkstatt

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Also, okay, das Personal ist also klar. Im Wesentlichen. Der Plot steht. Auch im Wesentlichen. Und worauf das Ganze schlussendlich hinausläuft, das dürfte unterwegs – ein paar Schleifen eingerechnet – klar werden. Der Anfang jedenfalls ist gemacht. Nicht nur das Hörspiel, auch die meisten Kapitel des Romans sind (bei aller Vorläufigkeit) fertig.

Bleibe auch für den Roman beim Versuch, mich dem Krimidiktat der Leiche am Anfang und der mathematisch ausgetüftelten Leichengleichverteilung im weiteren Verlauf zu widersetzen. Auch an einer finalen Leiche bin ich nicht interessiert. Überhaupt soll dieser Krimi mal ausnahmsweise kein Bestattungsunternehmen werden.

Stattdessen Vorwärts- und Rückwärtsbewegungen des Protagonisten mit Namen Felix, kullernd wie ein Kiesel, der von andern Mächten durch die Gegend geschubst wird: Rückzug in die Ferne, wo ihn Familienbande überraschend einfangen und umschlingen, zurück ins Rheinland in geheimer Mission, wieder nach Karelien, wieder bricht der Stress in die Idylle. Mit voller Wucht, geballter Power, dramatischem Wumms.

Wenn das keine Odyssee ist! Die allerdings muss zusammengehalten werden von einer blitzsauberen Konstruktion. Und eben die hatte mein Lieblingshörspieldramaturg ja kritisiert, zerrissen und vernichtetet [vgl. die Werkstattberichte 20 folgende]. Shit. Der Punkt, wo ich fürchtete, das ganze Ding könnte den Bach runtergehn. Noch verdammt präsent der Schlag in die Nieren. Auch wenn er jetzt schon eine Weile zurückliegt.

von Ulrich Land (Kommentare: 0)

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