Romanwerkstatt

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Je länger ich mit dem Antagonisten schwanger gehe, desto weniger unsympathisch wird er. Eignet sich dieser Claus überhaupt noch für diesen Job? Ein blütenreiner Gegenspieler jedenfalls ist er nicht. Muss ich also verdammt noch ein bisschen Hinschmolz drauf verwenden.

Vielleicht hilft ja fürs erste das andere Personal. Frage mich jedesmal, vor jedem Hörspiel, vor jedem Roman: Muss die Personnage eigentlich so klipp und klar feststehen? – Nein, muss sie nicht. Doch, muss sie doch. Können sich die Leutchen nicht nach und nach, im emsigen Fortgang des Schreibens einfinden, ausgestalten, wachsen und gedeihen? Eine von den vielen Fragen, die eine Antwort nicht zur Ruhe bringt. Mit denen und vor denen man sich aus dem Staub machen möchte, aber nicht weit und schon gar nicht weiter kommt.

Sagen wir so: Die Hauptrollen sollten besetzt oder belegt sein. Eine Hand voll Leute. Die Zelle, die den Nucleus abgibt. Der Rest erfindet sich unterwegs von selbst. Kommen dazu, wenn sie gebraucht werden. Wie gerufen.

Zwei Burschen jedenfalls reichen nicht für das, was ich mir hier vorgenommen hab. Reichen auch nicht für die Grund- und die Hauptkonstellation. Zumal dieser Claus, wie gesagt und geklagt, viel zu anständig ist, als dass er einen ausgewachsnen, ausgeschlafnen Antagonisten abgeben könnte.

Also: Ein Dreiecksverhältnis muss her! – Bloß: Woher nehmen, wenn nicht stehlen?

von Ulrich Land (Kommentare: 2)

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Kommentar von Thomas Földes |

wenn du schon Neffe und Großonkel hast, wer sind und was machen dann die Eltern? Wenn Verwandschaft dann die gesamte Sippschaft.

Kommentar von Ulrich Land |

Jau, wird gemacht. Und Genaueres lässt sich beispielsweise im Werkstattbericht 7 nachlesen.
Also bitte, liebe Leute, munter kommentieren! Ich nehm das alles zur Kenntnis und wäge es in meinem Herzen.
Sprach der Autor himself.