Romanwerkstatt

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Landschaftsbeschreibungen, auch so eine Leidenschaft. Mit die schönsten Stellen bei Lesungen. Jedenfalls, wenn ich mit Musikern unterwegs bin, die sich drauf einlassen, einen entsprechenden Musikteppich auszubreiten.

Wobei das Schreiben selbst – geht mir nur ohne Musik geschmeidig von der Hand. Aber es ist, als würde ich mir die Musik dazu vorstellen, mir die entsprechenden Schwingen verleihen lassen, mit denen ich mich hochschraube in die Lüfte, um von dort aus dann herabzublicken auf besagte Landschaft. Um abzuheben, die Blicke schärfen und schweifen zu lassen, die Vogelperspektive einzunehmen und auszukosten. Die inneren Bilder aufzurufen und abzurufen, mich in Details zu verlieben, mir bei den Wörtern erst mal allerhand Turbulenzen zu gestatten, den Satzbau hintanzustellen. Und wieder und noch und noch mal hinzusehn. Zu beobachten aus der Vorstellung heraus, mich aus der eigenen Vorstellung heraus- und hinauszufantasieren.

Bisschen kitschig vielleicht, aber kein Wunder, dass meine über anderthalb Jahrzehnte lang treue Schreibmaschine "Adler" hieß und noch heißt. Auch wenn sie mich jetzt nur noch traurig vom untersten Regalboden aus anblickt.

von Ulrich Land (Kommentare: 0)

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