Romanwerkstatt

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Meine Fantasielandschaften ernst zu nehmen und in Romanlandschaften zu verwandeln, mag eine Fehlerquelle erster Ordnung sein. Denn natürlich, wer weiß schon, wie in Karelien die Nadelbäume beschaffen sind. Da ist tatsächlich – antiquiert genug – der Blick auf die möglichst großmaßstäbige Karte Gold wert. Kann sein, dass die Fähigkeit, aus der Karte auf die Wirklichkeit zu schließen und umgekehrt, anhand der Schummerung eine Reliefvorstellung zu entwickeln, sich anhand der Siedlungsgrundrisse den Siedlungscharakter auszumalen – kann sein, dass das zu den letzten rudimentären, fernen Erinnerungen aus meinem Geografiestudium gehört. Ist jedenfalls hilfreich.

Und dann, so banal es sein mag, ist das Internet eine segensreiche Einrichtung, um die eigene Vorstellung zu bebildern. Vor allem mittels Fotos. Oft genug von – vermutlich – Laien geschossen, die dann aber, ohne jeden künstlerischen Anspruch, umso realistischer daherkommen. Unterstelle ich mal. Kann ich eh nicht überprüfen. Nordöstlich von Joensuu, im finnisch-russischen Grenzgebiet bin ich nie gewesen. Wohl aber auf der Saimaa-Seenplatte, hundertvierzig, hundertfünfzig Kilometer weiter südwestlich. Zu Land, vor allem aber zu Wasser. So dass ich zumindest eine Ahnung hab, ob die internetten Fotos hinkommen.

von Ulrich Land (Kommentare: 0)

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