Romanwerkstatt

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Ein Dreiecksverhältnis also. So weit waren wir schon. Ein Dreieck aus der buckligen Verwandtschaft. Und wenn zwischen A und B, zwischen Felix und Claus, schon ein Zwei-Generationen-Abstand klafft, dann sollte C zwischen genau diesen Stühlen sitzen. Halbe Strecke zwischen alt und jung. 'C' also.

Claus' Sohn. Okay, dann sollte er also auch mit 'C' anfangen.

Claus: Chaosbruder, Freak, kreativer Kopf, raffiniert, durchtrieben, aber sympathisch. – Also muss sein Sohn, der eigentliche Antagonist, der, der in diesem Dreieck an der Hypotenuse und Ankathete zerrt, ein echtes Aas sein. Der krasse Gegenentwurf: strukturiert, kalkuliert, durchtrieben meinetwegen auch, aber eben kein bisschen sympathisch. Wobei die Abscheu zwischendurch durchaus auch mal in Mitleid umschlagen kann. Nicht ausgeschlossen. Auf jeden Fall muss er deutlich zielgerichteter sein als kreativ. Um nicht zu sagen zielversessen. Obsessiv zielversessen. Straight bis stumpfdumpf. Keine Ideenschleuder, der Mann, dafür aber, wenn er mal eine Idee blind-huhn-aufgepickt hat, dann bewacht und verteidigt er diese Beute mit Zähnen und Klauen. Zielgerichtet bis aufs Blut, wie gesagt. Da kennt der keine Verwandten mehr. Ist auf den Tod nicht mehr davon abzubringen. Auf den Tod?

von Ulrich Land (Kommentare: 0)

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