Romanwerkstatt

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Klar, sicherlich kann man mit einigem Recht auch eine ziellose Literatur verzapfen. Die kann sogar den Rang von "Welt"-Literatur erklimmen. Schwierig aber wird's wenn man eigentlich, recht eigentlich – wie ich – Storys erzählen will.

Irgendwann, im Zuge der Hörspielschreiberei, hatte ich das kapiert. Seither befleißige ich mich des Verwendens und Verschwendens größerer Mengen Hirnschmalz auf die Konstruktion. Arbeite quasi mehrgleisig: ungebremste Dialoge, hier und da Einlagerung ausgedehnterer Gedankensplittervorräte, Storyboarding, Personenprofile, Plotkonzept, Landschaftsschilderungen, Miniaturbeschreibungen. Am besten alles gleichzeitig. Unterwerfe mich also einer fortwährenden Pendelbewegung zwischen Kleinklein und großen Bögen, zwischen dem Ausfabulieren von Details, in denen so Gott will der Teufel steckt, dem Verknüpfen und Verknoten von Kraftzentren, dem Ausbreiten eines Handlungsgeflechts und dem Hervorknibbeln des Schwarzen unterm Fingernagel.

Hoffe bloß, das tut meinen Storys, erst recht meinen Romanen gut. Aber einmal eingeschworen, geht's anders nicht mehr. Will mir scheinen.

von Ulrich Land (Kommentare: 0)

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